Leben mit Demenz

4.1.1Demenzkranke ereilt ihre Diagnose meist sehr überraschend, denn auch, wenn die ersten Anzeichen der Demenz bereits deutlich waren, folgt die Krankheitseinsicht meist erst viel später, mitunter auch überhaupt nicht. Sich die Demenz selbst einzugestehen ist ein schwieriges Unterfangen, gerade zu Beginn der Erkrankung. Schließlich bedeutet das Wissen um die eigene Demenz gleichzeitig auch das Wissen um den nun kommenden, weiteren Verfall.

Leben mit der Diagnose

Das Leben mit der Diagnose fällt Betroffenen gerade zu Beginn der Erkrankung sehr schwer. Im ersten Stadium der Demenz sind Erkrankte noch so fit, dass ihnen die Schwere der Erkrankung durchaus bewusst ist. Nicht selten nehmen Erkrankte die Diagnose als ihr eigenes Todesurteil wahr, obgleich sie das nicht ist. Mit der Diagnose leben zu lernen heißt auch, die Diagnose anzunehmen und zu verstehen. Wichtig ist also die Auseinandersetzung mit dem, was passieren wird. Erst dann können Betroffene die weiterführende Behandlung zulassen und aktiv mitgestalten.

Für Demenzkranke ist es enorm wichtig, sozial eingebunden zu bleiben und mit Vertrauten und Angehörigen über die Erkrankung und die damit verbundenen Ängste zu sprechen. Sollten Sie an Demenz erkrankt sein, müssen Sie sich dafür keineswegs schämen. Diese Diagnose kann jeden treffen und der offene Umgang mit dieser Problematik wirkt Verständnis fördernd. Gerade zu Beginn der Demenz ist es wichtig, sich nach dem Schock wieder aufzuraffen und wichtige Entscheidungen für die Zukunft eigenverantwortlich zu treffen.

Vorsorge treffen

Demenz-Patienten im Anfangsstadium sollten Vorsorge treffen, solange sie es noch aus eigener Verantwortung tun können. Dazu gehören unter anderem versicherungsrechtliche Grundlagen und Vollmachten. Patienten mit beginnender Demenz sind in aller Regel noch voll mündig und geschäftsfähig und können aktiv entscheiden, wer später beim Fortschreiten der Erkrankung den Vormund übernehmen und die Finanzen verwalten soll. Oftmals werden hierfür nahestehende Angehörige eingesetzt. Wichtig ist es, diese schwierigen Entscheidungen nicht allein zu treffen.

Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über rechtliche und medizinische Fragen

Demenzkranke sollten sich mit Angehörigen und Ärzten absprechen und sämtliche Entscheidungen und Wünsche schriftlich aufsetzen. Darüber hinaus müssen auch die Wünsche und Pläne des künftigen Vormundes und der Pflegenden mit einbezogen werden. In erster Linie sollten rechtliche und medizinische Grundlagen geklärt werden. Überlegen Sie sich also, wer später Ihre Finanzen und Versicherungen verwalten soll, wer unterschriftsberechtigt ist, wenn Sie sich selbst nicht mehr äußern können, wer als Ihr Vormund auftreten soll und wer in welchem Umfang Ihre Pflege organisiert.

Mit einer Vorsorgevollmacht regeln Sie, wer in Ihrem Sinne handelt

Ein wichtiger Punkt in dieser Planung ist beispielsweise eine Vorsorgevollmacht. Diese Vollmacht berechtigt eine oder mehrere ausgewählte Personen, im Namen des an Demenz erkrankten Patienten zu handeln. Sehr alte Demenzpatienten, die kein familiäres Umfeld mehr haben, auf dessen Unterstützung sie zählen können, können im Rahmen einer Betreuungsverfügung einen rechtlichen Betreuer zugeteilt bekommen. Der rechtliche Betreuer wird vom Amtsgericht bestellt und regelt fortan alle Belange im Namen des Erkrankten. Im Gegensatz zur privaten Vorsorgevollmacht, die der Patient im voll geschäftsfähigen Zustand aufsetzen muss, kann die Betreuungsverfügung auch später ausgestellt werden, wenn die Demenz bereits fortgeschritten und der Patient nicht mehr einwilligungsfähig ist.

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Teilnahme am täglichen Leben

Zu Beginn der Demenzerkrankung ist die Teilnahme am täglichen Leben kaum eingeschränkt. Lediglich auf Dinge wie das Autofahren oder auf Sportarten, die eine erhöhte Konzentration oder Koordination erfordern, sollte möglichst früh verzichtet werden, um das eigene und das Leben anderer nicht in Gefahr zu bringen.

Das Berufsleben, sofern das Rentenalter noch nicht erreicht ist, lässt sich hingegen noch eine Zeit lang mit der Demenz im ersten Stadium vereinbaren. Demenzkranke können routinierte Aufgaben in der Regel noch erfüllen. Baut die kognitive Leistung zügig ab, können die beruflichen Aufgabenbereiche und die Arbeitszeiten eventuell angepasst werden. Der spontane Ausstieg aus dem Beruf empfiehlt sich hingegen nicht, weil Demenzpatienten hierdurch eine weitere Stabilität im Leben verlieren würden. Stattdessen ist es ratsam, den Kopf und die Motorik so lange als möglich aktiv zu halten.

Möglich ist das auch über das kontinuierliche Pflegen sozialer Kontakte. Freunde und Verwandte vertreiben nicht nur die gefühlte Einsamkeit, sie wirken sich auch positiv auf die Hirnleistung aus, denn Gespräche und Unternehmungen fördern das Denken und Erinnern.

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